Es gilt der Grundsatz, dass jeder Mensch der Experte für sich selbst ist. Systemische Beratung und Therapie ist eine Arbeitsweise, vielmehr eine Philosophie, die sich direkt auf die Ressourcen und Kompetenzen der Klienten konzentriert, eben auf das, was gut funktioniert. Daraus gewinnen wir die Kraft und die Fähigkeit, Veränderungsprozesse als Entwicklungs- und Lernprozesse zu betrachten und nicht länger als Probleme. Die Klienten bestimmen das Thema, den Prozessverlauf und die Geschwindigkeit, mit der sie arbeiten wollen.
Dies macht die systemische Arbeitsweise zu einer zielorientierten und lösungsorentierten Arbeitsweise, in deren Mittelpunkt der Mensch steht. Probleme werden nicht als Defizite, sondern als vom Individuum selbst entwickelte Lösungsansätze gewürdigt. Durch neue Impulse können weitere Lösungen entwickelt werden. Dadurch entstehen für die Klienten immer weitere Handlungsmöglichkeiten.
Systemische Beratung & Therapie
Couples Relationship Enrichment Project
Die Bereicherung der Paarbeziehung als Vorbeugung gegen negative Entwicklungen und Förderung der Paar- und Ehezufriedenheit.
Alle Paare durchleben im Laufe der Jahre unterschiedliche Entwicklungsstadien. Gerade in den ersten Jahren verfestigen sich Probleme noch nicht und die Partner sind emotional sehr intensiv aneinander gebunden. Der Wunsch, dass es eine "gute" Beziehung wird ist stark. Das Ende der Verliebtheitsphase, die Veränderungen während der ersten Schwangerschaft, die Phase nach der Geburt des Kindes, aber auch eintretende Arbeitslosigkeit eines oder beider Partner sind Herausforderungen, denen sich Paare stellen müssen. Viele Beziehungen scheitern daran. In vielen Fällen ist es dann auch für eine Eheberatung bereits zu spät, die Fronten sind verhärtet und die Grabenkämpfe dauern schon zu lange.
Die Ehe- und Paarbereicherung ist eine Präventivmaßnahme. Ziel ist es, die Kommunikation der Partner von Anfang an zu fördern, gegenseitige Erwartungen bewusst zu machen, Konfliktlösestrategien zu entwickeln und die Achtung vor sich selbst und dem anderen zu erhöhen.
Dieses Projekt ist eine Selbsterfahrung für Paare, die sich rechtzeitig weiterentwickeln und gemeinsam Fähigkeiten erlernen wollen, destruktiven Prozessen in ihrer Beziehung erfolgreich entgegenzuwirken.
Systemische Paarberatung und Paartherapie
Partnerschaftsprobleme gehören zu den traditionellen Anwendungsgebieten der systemischen Therapie. Das lösungsorientierte systemische Arbeiten ermöglicht es den Partnern auf konstruktive und humorvolle Art und Weise den täglichen Umgang miteinander zu betrachten. Sie, als Experten für sich selbst, entscheiden, ob Sie tatsächlich eine Veränderung wünschen oder eher eine stabilisierende Begleitung brauchen.
Das Zusammenleben zweier Partner zeigt sich als hochkomplexes Geschehen. Hohe Scheidungsraten, aber auch das Scheitern vorehelicher Gemeinschaften machen deutlich, dass das Miteinander-Leben nicht so einfach ist, wie wir uns das wünschen. Statistiken liefern uns Prozentwerte, mit deren Hilfe wir Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft erahnen können. Sie zeigen aber nicht den Schmerz und das Leid, das die Partner und die Kinder bei einer Trennung erfahren. Manchmal stecken hinter einer Beziehungskrise eine ernsthafte psychische oder somatische Erkrankung, eine sexuelle Störung, Alkoholmißbrauch oder eheliche Gewalt. In einer dysfunktionalen Partnerbeziehung verändern sich nicht nur die direkt betroffenen Erwachsenen. Kinder, die in solchen Beziehungssystemen heranwachsen entwickeln häufiger Verhaltensauffälligkeiten als andere.
Die Erfahrungen aus der Praxis bestätigen den großen Beratungsbedarf. Aus welchen Gründen suchen aber Paare oftmals zu spät oder nie professionelle Beratungsstellen auf?
Hier ist besonders die Schwellenangst gegenüber psychosozialen Einrichtungen oder in diesem Bereich Tätigen zu nennen. Oder kurz gesagt, wir trauen uns einfach nicht.
Gesellschaftliche Mythen und Idealvorstellungen von Beziehungen sind ein weiterer gewichtiger Hinderungsgrund, Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen.
"Wenn zwei Menschen sich lieben, kommt eine glückliche Beziehung von selbst zustande", ist ein häufig gehörter Ausspruch. Professionelle Beratung anzunehmen wird in unserer Gesellschaft oft noch als ein Zeichen von Versagen oder Schwäche angesehen. Doch auch Hoffnungslosigkeit ("Es hat ja doch keinen Sinn mehr...") steht den Betroffenen im Wege.
Diese Überzeugungen beruhen nicht selten auf Vorurteilen, die wir nicht aufgeben wollen. Jedoch sind wir in jeder Lebensphase das, was wir aus einem Lernprozess in uns selbst erschaffen haben. Auch das Zusammenleben können wir neu lernen. Negative Verhaltensweisen werden dadurch wieder ver-lernt.
Für unsere schulische und berufliche Weiterentwicklung belegen wir Seminare und Workshops, wir lassen uns coachen, um noch mehr Erfolg im Umgang mit unseren Mitarbeitern zu haben und um noch besser in unseren Professionen zu werden. Hier ist der persönliche Ehrgeiz sehr groß, nicht zuletzt durch die mittlerweile gesellschaftlich allgemein akzeptierte Haltung und Einstellung zum lebenslangen Lernen. Hier werden ungeahnte Energien freigesetzt, während das eigene und partnerschaftliche Beziehungsleben auf der Strecke bleibt. Wir sind überzeugt, dass "man" das alles automatisch kann. Gemeinsam leben, glücklich sein, Kinder großziehen, zusammen alt werden.
Enrichment vs. Beratung und Therapie
Im Gegensatz zu den USA gibt es in Deutschland zwar ein flächendeckendes Netz an Eheberatungsstellen, aber kaum Angebote für Paare, die sich einfach innerhalb ihrer Beziehung weiterentwickeln wollen, sozusagen im Rahmen einer Vorsorgearbeit. Selbsterfahrung gibt es vorwiegend für Menschen, die in therapeutischen oder sozialen Berufsfeldern arbeiten. Doch bietet gerade dieser Ansatz Paaren die Möglichkeit mehr über die individuellen Muster, Ängste oder verdrängten Gefühlen zu erfahren und mitteilbar zu machen.
Es verwundert daher nicht, dass sich Paare oft auch innerhalb weniger Jahre im Anschluss an eine Paartherapie trennen. Viele Paare brechen die Beratungen auch vorzeitig ab, weil diese entweder ihren Erwartungen nicht entspricht oder es an der tatsächlichen Bereitschaft eines oder beider Partner fehlt.
Bis ein Paar schließlich in eine Beratungsstelle kommt hat es in den meisten Fällen bereits eine längere und problembehaftete Zeit hinter sich. Über lange Zeiträume hinweg stauen sich die Probleme auf und die eigentlichen Ursachen der Schwierigkeiten sind kaum noch wahrnehmbar.